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	<description>Geburt der Grossstadt aus dem Esprit der Kleinstadt</description>
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		<title>Kleinst&#228;dter als frisch gebackene Grossst&#228;dter</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jul 2008 18:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio Notz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feuerwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Grossstadt]]></category>
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		<description><![CDATA[Jeder f&#228;ngt einmal klein an, heisst es so sch&#246;n. Vielleicht w&#228;re dieses Wort auszuweiten und dementsprechend zu sagen: Alles f&#228;ngt klein an. Langsam aber stetig wachsen sie heran, manchmal rasanter, manchmal weniger rasant. Die Kleinen verzweifeln manchmal fast daran, noch nicht gross zu sein; die Grossen dagegen w&#228;ren gerne mal wieder klein.
Wie sch&#246;n war doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder f&#228;ngt einmal klein an, heisst es so sch&#246;n. Vielleicht w&#228;re dieses Wort auszuweiten und dementsprechend zu sagen: Alles f&#228;ngt klein an. Langsam aber stetig wachsen sie heran, manchmal rasanter, manchmal weniger rasant. Die Kleinen verzweifeln manchmal fast daran, noch nicht gross zu sein; die Grossen dagegen w&#228;ren gerne mal wieder klein.</p>
<p>Wie sch&#246;n war doch die Zeit, als die H&#246;he des Fenstersimses einem vorkam wie die Dufourspitze. Eine anstrengende Wanderschaft und ein letzter Klimmzug auf den Sims geh&#246;rten dazu. Vor allem aber auch die Belohnung, die sich im F&#252;sse-baumeln-lassen manifestierte, l&#228;sst die Phantasie mit Erinnerungen gekoppelt in H&#246;chstform kommen.</p>
<p>Mit ohrenbet&#228;ubendem Feuerwerk hat sich Winterthur befeiert oder fast schon befreit, nachdem die Stadt am 6. Juli um 16:30 Uhr in die Liga der Grossst&#228;dte &#252;bergetreten war. Schon lange hat sich Winterthur diesen &#220;bertritt gew&#252;nscht: Endlich nicht mehr am Rockzipfel der Schwesterstadt Z&#252;rich h&#228;ngen. Nicht mehr mit dem Gedanken aufwachen, dass das Sch&#246;nste an Winterthur recht eigentlich die S-Bahn nach Z&#252;rich sei, sondern als eigenst&#228;ndiges, erwachsenes und eben grosses Kleinst&#228;dtchen wahrgenommen werden.</p>
<p>Dem prototypischen Grossst&#228;dter scheint die Erinnerung fast abhanden gekommen, wie sein St&#228;dtchen einst einmal ausgesehen. Keineswegs soll damit ein Mangel an Verst&#228;ndnis f&#252;r Geschichtliches ans Licht gebracht werden, es ist doch v&#246;llig klar und normal, dass sich der Grossst&#228;dter nicht l&#228;nger als er es musste als Kleinst&#228;dter ausgeben m&#246;chte. Der Realit&#228;t soll man in die Augen blicken, denn &#252;ber die Augen – so lehren uns die Romantiker – er&#246;ffnet sich der Blick ins Innere.</p>
<p>Wer will denn schon den Blick auf die Realit&#228;t aufgeben, gerade in dem Moment, in dem sich das Wichtigste entwickelt, W&#252;nsche sich erf&#252;llen, vor langer Zeit gesteckte Ziele sich endlich erreichen lassen? Ein Schritt zur&#252;ck zeigt, dass auch noch andere Augen zu sehen sind, dass auch noch andere Augen sehen. Der Grossstadtmensch ist in vielen Ausf&#252;hrungen lieferbar, Augenfarben kann man sogar noch ausw&#228;hlen.</p>
<p>Ganz beflissen lernt er, der frischgebackene Grossst&#228;dter, wie er den Geist einer Stadt dieser Gr&#246;ssenordnung einzuatmen, vor allem aber wieder auszuatmen habe. Er lernt, wie er vom einen Tag auf den anderen – so scheint es – in einer v&#246;llig neuen Stadt zu leben hat. So lernt er, wie er sich neuerdings beim Einkauf an die Kasse anstellen muss, dass er pl&#246;tzlich l&#228;nger zu warten hat, denn hunderttausend von ihm wollen auch bezahlen. Nicht, dass sie es inbr&#252;nstig wollten, aber als Bewohner einer grossen Stadt kann man eben nicht anders, die Aufgaben des Grossstadtmenschen eben.</p>
<p>So ganz im Duktus einer Grossstadt will er nichts mehr mit dem Kleinst&#228;dter zu tun haben, der er vor einem Tag noch war. Es z&#228;hlt, was ist, nicht was war. Die Stadt ist erwachsen geworden, nicht mehr das verschlafene Industriest&#228;dtchen von vorgestern. Eine sch&#246;ne Stadt, ganz gross am Horizont.</p>
<p>Und doch, man kann es so fast nicht glauben: Wie die Grossen manchmal gerne wieder klein w&#228;ren, wollen Grossst&#228;dte manchmal gerne Kleinst&#228;dte sein. Wir wollen dabei zusehen und das Kleinst&#228;dtertum in Grossst&#228;dten in Wort und Bild an dieser Stelle im weltweiten Netz der Informationen dokumentieren.</p>
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		<title>Ein Wartender</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 22:05:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio Notz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Warten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein betagter Herr, man sieht ihm seinen verdienten Wohlstand an den inneren Werten an, die immer mehr nach aussen zu dringen drohen.
«Wo mag er denn bleiben, dieser Bus? Immer wenn man sie mal braucht, sind sie nicht da. Schliesslich ist es dringend. Streichh&#246;lzer m&#252;ssen her, die Qualmsucht will ja befriedigt werden. Der Mensch ist schliesslich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein betagter Herr, man sieht ihm seinen verdienten Wohlstand an den inneren Werten an, die immer mehr nach aussen zu dringen drohen.<br />
«Wo mag er denn bleiben, dieser Bus? Immer wenn man sie mal braucht, sind sie nicht da. Schliesslich ist es dringend. Streichh&#246;lzer m&#252;ssen her, die Qualmsucht will ja befriedigt werden. Der Mensch ist schliesslich ein Triebwesen.»<br />
Nebenan steckt sich die attraktive Dame, die im Erdgeschoss wohnt, ihren Glimmst&#228;ngel an. Diejenigen des gesetzten Herrs lugen aus der Hosentasche hervor. «Frag doch die!» – «Nichts da, das geht doch nicht.»<br />
Der Bus kommt. F&#228;hrt ab. Kommt an.<br />
Noch nie hat diese Busfahrt so lange gedauert. Kein Verlass mehr auf die Anderen, wenn an einem Morgen die Zundh&#246;lzer mit Abwesenheit gl&#228;nzen.</p>
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